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Teil 1) Maulkörbe, Maulschlingen und was es sonst nicht noch so alles gibt....

Aktualisiert: Jan 11

Die Auswahl ist riesengroß und geht man in unterschiedliche Geschäfte oder fragt herum, bekommt man oft die verschiedensten Antworten, was denn für den eigenen Hund am sinnvollsten zu tragen ist. Trotzdem sehe ich wahnsinnig oft jegliche Form von "Maulbedeckungen" die entweder schlecht sitzen, eine komplett falsche Passform haben oder größentechnisch nicht schlechter gewählt sein könnten. Aber was ist denn jetzt das richtige für meinen vierbeinigen Freund?

Pawline Hundetraining Wien Groß-Enzersdorf
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Gleich einmal vorab möchte ich klarstellen, dass meine Empfehlungen und Präferenzen immer als meine persönlichen Ansichten zu betrachten sind. Ich habe mir in den letzen Jahren viele Gedanken zu diesem Thema gemacht und in der engsten Familie drei Fellnasen, deren Riechorgane nicht unterschiedlicher sein könnten. Darunter mein eigener Hund Jenna (ein Greyhound mit einer verhältnismäßig kurzen Nase aber in der Welt der Vierbeiner eindeutig unter den Spitzenreitern der Langnasen...), ein Magyar Viszla-Labrador-Mix mit einer komplett durchschnittlichen Nasenlänge und eine französische Bulldogge, die rassebedingt definitiv die kurznasigste in der Truppe ist.


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Hier nochmal die "kurznasige" Langnase, für alle, die ich jetzt verwirrt habe.







Der Beißkorb/Maulkorb


Beginnen möchte ich diese Blog-Serie mit dem klassischen Maulkorb/Beißkorb. Einen Beißkorb hat bestimmt schon jeder einmal zu Gesicht bekommen. Es gibt ihn in den unterschiedlichsten Farben, Formen und Materialien. Ursprünglich gab es hauptsächlich Maulkörbe aus Metall oder Leder. Später kam dann relativ schnell Hartplastik dazu. Die wohl neusten Modelle sind aus Biothane oder anderen Kunststoffen gefertigt.


Ich persönlich bevorzuge immer noch einen gut gefertigten, komfortablen und vor allem individuell angepassten Beißkorb für sämtliche Hunderassen mit Nase. Dabei ist es wichtig, dass alle Stellen an denen der Beißkorb am Hundekopf anliegt, entweder schön locker sitzen und gut geformt dem Kopf anliegen oder überhaupt gut gepolstert sind. Die beste Option wäre natürlich eine Kombination aus diesen 3 Faktoren. Außerdem ist es extrem wichtig, dass der Maulkorb genügend Platz für den gesamten Fang in allen hundeüblichen Positionen bietet. Damit meine ich, dass der Hund sein Maul sowohl schließen als auch weit öffnen kann, so dass er ohne Probleme und Einschränkung hecheln kann. Des Weiteren sollte die Breite des Maulkorbs artgerecht sein, so dass der Hund Platz hat, um Beschwichtigungssignale (wie z.B. seitliches Lippenlecken) durchführen zu können. Wichtig ist auch, dass der Riemen hinter den Ohren und der Verschluss eine angenehme Passform haben und weder zu locker noch zu fest sitzen um den Maulkorb gut in Position halten. Zu guter Letzt, sollte der Beißkorb nicht zu weit unten auf der Nase aufliegen, da sonst die Gefahr besteht dass der Hund den Beißkorb einfach abstreift aber er sollte auch nicht zu weit in Richtung der Augen stehen. Dadurch wird nicht nur das Sichtfeld erheblich eingeschränkt, es ist auch wirklich anstrengend und unangenehm für das Gehirn, dauernd einen Gegenstand in unmittelbarer Nähe der Augen zu sehen.


Das waren jetzt schon eine ganze Menge Anforderungen an einen Beißkorb und dabei sind wir noch nicht einmal zu den Materialien vorgedrungen. Beim Material für den perfekten Maulkorb ist es für mich immer wichtig zu wissen, wofür denn der Maulkorb überhaupt gebraucht wird. Ist er nur eine Vorschrift, wie zum Beispiel in den öffentlichen Verkehrsmitteln, um mit dem Hund überhaupt einsteigen zu dürfen oder geht es wirklich darum, Menschen und Tiere vor Attacken zu schützen? Ist es wichtig, dass der Maulkorb ein gut bemuskeltes Maul nicht durchlässt oder geht es nur darum, ein zartes Mäulchen im Zaum zu Halten, wenn dem Hund gerade eine Situation zu viel wird?


Über all das sollte man sich vor der Material- und Farbwahl im Klaren sein...für Situationen in denen ich wirklich nicht davon ausgehe, dass mein Hund aus Stress zum Zwicker wird, empfehle ich weiche Maulkörbe aus Biothane, Leder oder ähnlichen Materialien aus dem 3D-Drucker (das können dann verschiedenste Kunststoffe sein). Natürlich ist auch hier wichtig, egal wie schön und angenehm das Material aussieht, wenn der Beißkorb die falsche Größe hat oder falsch sitzt wird er dem Hund unangenehm werden und nicht gerne getragen.


Für Situationen oder Hunde bei denen ich weiß, dass es zu Zwicken oder sogar Beißen kommen kann, empfehle ich definitiv stabilere Materialien. Achtung trotzdem bei der Materialwahl! Wenn ich auf Nummer sicher gehen möchte, denke auch ich immer zuerst an Metall...man sollte sich allerdings bewusst sein, dass selbst wenn der Metallbeißkorb richtig sitzt und Bisse verhindert, vor allem bei großen Hunden recht weh tun kann, wenn man ihn mit voller Wucht gegen den Körper bekommt. Auch das kann Verletzungen hervorrufen. Außerdem kann das Metall im Sommer und Winter schrecklich heiß oder kalt auf der Schnauze des Hundes werden. Es besteht also bei bloßem Metall Verbrennungs- und Vereisungsgefahr.


Wem Metallbeißkörbe eher unsympathisch sind, der kann auch auf Hartplastik oder Silikonähnliche gehärtete Materialien zurückgreifen. Hierbei würde ich aber definitiv die Größe und Beißkraft des Hundes im Hinterkopf behalten. Wer bei großen, starken Hunden wirklich ganz sicher sein will, sollte vielleicht eine Kombination aus Metall und Kunststoff wählen. Es gibt Maulkörbe die im Grundgerüst aus Metall bestehen und dann mit einer Extraschicht Kunststoff überzogen sind. Natürlich gilt auch hier, dass diese Beißkörbe eine hohe Stabilität aufweisen und daher auch besonders unangenehm sein könnten, wenn sie nicht richtig passen. Daher bitte wirklich auf die Passform und Verarbeitung achten.


Zum Schluss finde ich es noch wichtig zu erwähnen, dass ich persönlich immer darauf Wert legen würde, dass der Maulkorb gut zu reinigen ist. Einmal abgesehen davon, dass Hunde sich oft einmal schmutzig machen und man diesen Schmutz nicht unbedingt in die Wohnung/das Haus bringen möchte und dann dem Hund beim nächsten Spaziergang wieder aufsetzen möchte, ist es wirklich wichtig intensive Gerüche von dem Maulkorb auch wieder runterzukriegen. Jeder/Jede Hundebesitzer/Hundebesitzerin weiß wo Hunde oft die Nase reinstecken und da möchte man definitiv in der Lage sein diesen "Schmutz" auch wieder zu entfernen!


Wenn es zu diesem Thema noch irgendwelche Fragen oder Anregungen gibt die Ihr mir gerne mitteilen möchtet, dann schreibt mir einfach eine Mail auf pawline.hundetraining@gmail.com. Ansonsten wünsche ich euch noch eine schöne Woche und viel Freude beim nächsten Blog-Eintrag (Teil 2 der von mir liebevoll benannten "Maulbedeckungsserie") bei dem es um Maulschlingen geht. Viel Spaß damit!


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